Arbeiterkammer Wien

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Betroffenheit von Umweltverschmutzung nach Verteilungsaspekten

Die Studierendengruppe hat sich im Rahmen des Service Learning Projekts gemeinsam mit dem Projektpartner Arbeiterkammer Wien mit dem Thema „Umweltgerechtigkeit“ beschäftigt. Das heißt mit Betroffenheit von Umweltbelastungen nach Verteilungsaspekten. Die Fragestellung lautete, ob Armutsbetroffene bzw. sozial Benachteiligte in Österreich stärker von Umweltbelastungen betroffen sind. Das Ziel des Projekts bestand darin ein Factsheet zu erstellen, in dem die zentralen Fakten und Ergebnisse zusammengefasst werden. Anhand dieser Fragestellung fand eine umfassende Recherche (wissenschaftlicher) Literatur statt. Neben dem Factsheet wurden die detaillierten Recherche-Ergebnisse in einer Langfassung gesammelt.

Projektplakat AK Wien

Das ausgearbeitete Factsheet bietet einen Überblick über die Bereiche Luftqualität, Lärm, Innenraumbelastungen, Klimawandel und die Querschnittsmaterie Gesundheit. Da für Österreich nur sehr wenig einschlägige Literatur zur sozialen Verteilung von Umweltbelastungen vorhanden ist, wurden insbesondere Studien aus Deutschland rezipiert. Der Großteil dieser Untersuchungen kommt zu dem Schluss, dass sozial Benachteiligte stärker von Umweltbelastungen betroffen sind, vor allem aufgrund einer schlechteren Wohngegend, aber auch durch höhere Innenraumbelastungen, etwa Schimmel. Einkommensschwache Haushalte verfügen nicht nur über weniger Ressourcen (Einkommen, Bildung, etc.) um entsprechend auf Umweltbelastungen reagieren zu können – was als „Coping“ bezeichnet wird – sondern sie sind auch in der Wahrnehmung negativer Umwelteinflüsse beeinträchtigt. Über die Datenlage hinausgehend sammelt das Factsheet für Österreich relevante Forschungsfragen und Ansätze für Forschungsstudien.

Für die Arbeiterkammer Wien ist dieses Factsheet eine wichtige Grundlage, um Umweltfragen verstärkt in ihre politische Agenda aufnehmen zu können, und um gleichzeitig zu betonen, dass soziale Fragen und Umweltfragen stark miteinander zusammenhängen und sich nicht ausschließen. Ökologische und soziale Maßnahmen können somit Hand in Hand gehen! Die AK wird die Ergebnisse des Factsheets für das Agenda-Setting nach innen, sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und politischen Arbeit nach außen verwenden.